Samstag, 19.05.2012
Talfahrt am Krückstock PDF Drucken E-Mail

TV Schierling unterliegt TSV Grafenau 1:2

Talfahrt hält weiter an

 

Zu Beginn waren die Kontrahenten zunächst darauf bedacht, Gefahr vom eigenen Tabernakel zu di­stanzieren und so waren Torszenen bis auf weiteres gar nicht erst auszumachen. Ein erster vernünf­tiger Angriff des TVS (20.) führte dann gleich zur Führung, einen Geistesblitz von Dominik Treitin­ger nahm Torjäger Christian Brandl aus rund 22 Metern volley ab und vollstreckte unhaltbar. Wie so oft in jüngster Vergangenheit verlieh diese Führung den Laabertalern keinerlei Sicherheit oder Ruhe in ihren Aktionen, ganz im Gegenteil. Bei einem Gestochere (24.) im TV-Fünfer schlug Max Glamsch das Leder aus dem Gefahrenbereich, dieses hatte aber womöglich die Torlinie bereits voll­ständig überschritten gehabt, ein Konter der Gäste (30.) fand sein unglückliches Ende am Schierlin­ger Pfosten. Kurz darauf (33.) hätten indes die Hausherren beinah erneut jubeln dürfen, Brandl be­diente Gerhard Dachs, doch dieser scheiterte mit seinem Heberversuch an Pavel Vacek im TSV-Ge­häuse. Noch vor der Halbzeit mußten die Einheimischen den Ausgleich schlucken, als in der 42. Minute der ständig lauernde Daniel Ranzinger nach Steilpaß aus allerdings stark abseitsverdächtiger Position von knapp außerhalb der Strafraumkante traf.

Besserung war auch nach Wiederbeginn kaum erkennbar und so stand die Partie weiter auf Messers Schneide, wobei Schierling einige male förmlich um weitere Gegentreffer bettelte. Wenig förderlich für das sichtlich angekratzte Nervenkostüm des TVS war die überzogene Ampelkarte für Stefan Holz (66.) - auch weil Gegenspieler Michael Wirth den zweiten Karton durch infernalisches Gebrüll doch ein großes Stück weit provoziert hatte. Die Verunsicherung in Reihen des Gastgebers wurde jedenfalls von Minute zu Minute eklatanter, überdies wurde bei einigen Spielern der Kräftever­schleiß überdeutlich sichtbar. Eine haarsträubende Unsicherheit der TV-Abwehr (71.) konnte Ran­zinger (noch) nicht nutzen, in Bedrängnis verzog er seinen Abschluß. Ein Freistoß von Treitinger (74.) sorgte noch einmal für Raunen auf den spärlich besetzten Rängen, zischte aber haarscharf am Kreuzeck vorbei. Ein böser Patzer sorgte in der 75. Minute für die Gästeführung, als ein viel zu ris­kanter und verunglückter Rückpaß von Ranzinger mühelos erlaufen wurde, dieser umkurvte Torhü­ter Michael Wehdanner und netzte aus spitzem Winkel in Klassemanier zum 1:2 ein. Wer nunmehr ein wutentbranntes Anrennen auf Gedeih und Verderb von den Einheimischen erwartet hatte, sah sich getäuscht, erschreckend leblos, mutlos, ratlos und konzeptlos agierten sie. Hilfesuchendes Quergeschiebe und lange hohe Bälle mit den besten Wünschen im Gepäck waren gegen die langen Kerls aus Grafenau kein probates Mittel, so konnte keinerlei Gefährdung mehr produziert werden. Daran änderte auch die Hinausstellung von Alexander Adam (TSVG, 82.) wegen wiederholten Foulspiels nicht mehr viel, lediglich in der 87. Minute entstand nochmals Aufregung. Treitinger wühlte sich in den Strafraum und kam dort zu Fall, einen Elfmeter forderten die Laabertaler jedoch ebenso vergeblich wie bereits zuvor einmal nach mutmaßlichem Handspiel eines Gästeakteurs.

Einerseits dürfte sich das Lazarett des TVS dringend lichten, zum anderen jedoch müssen Maßnah­men ergriffen werden, um auch mental wieder auf die Beine zu kommen, da die Negativserie an­sonsten langsam bedrohlich geraten könnte. Kommenden Sonntag (15 Uhr) erscheint der TSV Re­gen zum Rückrundenauftakt, ein Spiel das auf Biegen und Brechen gewonnen werden muß, um der Talfahrt Einhalt zu gebieten.

SR: Johannes Wallner, ASV Steinach.

TV Schierling: Michael Wehdanner, Stefan Holz, Patrick Stockmeier, Raphael Bauer (C), Christoph Knüpfer, Benjamin Huber, Christian Brunner, Gerhard Dachs (71. Adrian Rasthofer), Christian Brandl, Max Glamsch, Dominik Treitinger.

TSV Grafenau: Pavel Vacek, Alex Adam, Michael Wirth (79. Patrick Süß), Sebastian Tanzer, Mario Tanzer, Nico Schreckinger, Daniel Schröder, Daniel Ranzinger (90.+1 Fabian Riedl), Andreas Eberl, Martin Boxleitner, Markus Schiller (C).